Skiausfahrt Sport-LK nach Oberstdorf 12.3.25 bis 14.3.25

„Mit der Deutschen Bahn kommen Sie entspannt ans Ziel.“ Nun ja, Entspannung war vielleicht nicht das vorherrschende Gefühl bei den elf Schülerinnen, Frau Becherer und Herrn Augenstein auf ihrer Fahrt in die Voralpen nach Oberstdorf. Eher war es doch ein Wechselbad der Gefühle: Ärger, dass sie schon in Karlsruhe mit Zugverspätung starten mussten, Erleichterung, dass zwei durch Strassenbahnchaos verspätete Schülerinnen noch rechtzeitig da sein konnten. Frust über einen knapp verpassten Anschlusszug, Triumph und Freude, als sie ihn in Memmingen unverhofft wieder eingeholt hatten, weil er sich seinerseits verspätet hatte. Mit der etwas verzögerten Ankunft in Oberstdorf um 21.15 Uhr schließlich fiel aber alle Anspannung und Müdigkeit von ihnen ab und sie fuhren voller Vorfreude und bester Laune beschallt durch einschlägige Skistimmungslieder aus der Box im Großraumtaxi dem Hostel entgegen. Dieses war eine gelungene, stylisch-moderne Konstruktion aus Glas, Holz und Beton, eingezwängt in ein schmales, schattiges Tal.

Am nächsten Morgen staunten sie beim reichhaltigen, leckeren Frühstücksbuffet über eine „FrühstücksEiSelbstKochVorrichtung! in Form eines 40x40cm großen Kochwasserpools mit verschiedenfarbigen Ei-Einhäng-Vorrichtungen. Gut gestärkt fuhren sie dann ans anfängertaugliche Skigebiet Söller Eck, wo als Erstes die bereits bestellte Skiausrüstung angepasst und an die Frau gebracht wurde. Und schon ging es mit der Gondel nach oben, hinein in dichtes Schneetreiben (ein bisschen Übertreibung darf aus dramaturgischen Gründen schon sein). Während die vier erfahrenen Wintersportlerinnen schon losfuhren, um auf eigene Faust das überschaubare Skigebiet zu erkunden, machte die erfahrene erstklassige DSV-Skilehrerin Frau Becherer die sieben Anfängerinnen schnell mit Material und überlebensnotwendigen Basistechniken wie Bremsen, Kurven Fahren und wieder Aufstehen vertraut, sodass sie schon zügig ihre erste Abfahrt in Angriff nehmen konnten. Beeindruckend schnell waren sie in der Lage ,die Lektionen „Pizza“, „Gewicht auf den Außenski“, „zwischen Schienbein und Skischuh Gummibärchen einklemmen“ umzusetzen und auf die Piste zu bringen. Allerdings forderten die nur befriedigenden Sichtbedingungen und der schwere nasse Schnee mit der Zeit ihren Tribut, sodass sich bei manchen Ermüdungserscheinungen einstellten, die teilweise kurze rasante Abfahrten ohne Happy End zur Folge hatten. Zeit, sich auf der gemütlichen Hütte aufzuwärmen und bei Allgäuer Kässpätzle oder Strudel Kräfte für den Nachmittag zu sammeln.

Glücklich zurück im Hostel klang der schöne erste Skitag beim gemeinsamen Zusammensitzen mit einigen interessanten Indiskretionen aus.

Nach einer – dank zweiter Decke – etwas wärmeren Nacht waren die Teilnehmerinnen bereit am nächsten Tag in andere Höhen vorzustoßen, nämlich auf das berühmt-berüchtigte Nebelhorn in Oberstdorf. Die Nebelwolken ließen sie auf der atemberaubenden Gondelfahrt nach oben allerdings unter sich und so war es ein erhabenes Gefühl, über den Wolken, umgeben von Bergen, über den perfekten, in der Nacht gefallenen Schnee zu gleiten. Diese idealen Bedingungen ermöglichten es den Schülerinnen, skitechnisch nochmal in neue Dimensionen vorzustoßen: Die Pistenbegrenzungen wurden eingehalten, unmotivierte Stürze minimiert und sogar steile rote Pisten wurden mühelos bewältigt, ganz zu schweigen von den Topathletinnen, die sich angeführt von Frau Becherer – bei auffälliger Zurückhaltung von Herrn Augenstein - todesmutig fast senkrechte Buckelpisten hinunterstürzten. Den krönenden Abschluss dieses phänomenalen zweiten Skitages bildete die Gondelfahrt mit anschließender, zugegebenermaßen äußerst kurzer, Schneewanderung zum Gipfelkreuz des Nebelhorns, samt obligatorischem altersgemäßen Herumfläzen und – Wälzen im weißen Element. So ging dann auch der zweite lange, schöne Skitag zu Ende mit einer vorletzten Abfahrt (auf eine letzte erfahrungsgemäß verletzungsgefährliche Abfahrt wurde vorsichtshalber verzichtet).

Die Heimreise verlief zur Freude aller überraschenderweise reibungs- und verspätungslos und so kamen wir zwar erschöpft, aber glücklich in Karlsruhe an und konnten von den sehnsüchtig wartenden Eltern wieder wohlbehalten in Obhut genommen werden.

Alle fanden, dass es eine klasse Skiausfahrt war und dass man dafür auch schweren Herzens mal auf Mathe und Sporttheorie verzichten konnte – ausnahmsweise.

M. Augenstein

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